Die Geschichte von Somsdorf - Teil 2



1561

Nach einem Streit zwischen der Gemeinde Tharandt und Anthonius Borman, Richter in Somsdorf, wird diesem gestattet, weiterhin Bier zu brauen.

1564

Michael Pretzsch erhält vom Kurfürsten Bauland in Somsdorf und baut sich darauf ein Haus.

1566

gibt es 2 Mühlen in Somsdorf. Sie lagen am Steinhübel (Windmühle) und unter dem Berge an der Weisseritz (spätere Walzenmühle in Hainsberg).

1583

kauft der junge Melcior Bormann das Erbgericht für 1500 Gulden. Damals wurde die Schänkerei einer Hufe gleich gerechnet.

1603

Der Pfarrer Johann Strohbach wird aus dem Amt gewiesen, nachdem er reichlich 50 Jahre Pfarrer im Ort war. Er hatte seinen Sohn, der ihm im Alter bei der Amtsführung unterstützte, predigen lassen. Obwohl diesem, weil er unehelich Vater geworden war, die Kanzel von der Kirchenbehörde verboten wurde. Über die Absetzung ihres Seelsorgers sind die Somsdorfer sehr empört und widersetzen sich der Einweisung eines neuen Pfarrers. Deshalb werden 12 Mann aus Somsdorf mit 300 Talern Strafe belegt. Nach einem Bittgesuch eben dieser 12 Mann wird die Strafe auf die gesamte Einwohnerschaft umgelegt.

1604

12.Nov. Der Kirchvater Laux (Lukas) Schumann, sucht um Genehmigung nach, auf dem Steinhübel eine neue Windmühle bauen zu dürfen. Nach vielen Hin und Her wird ihm die Erlaubnis auch erteilt, da die Somsdorfer zur Winterszeit wegen grossen Schnees und Frostes weder ein noch aus könnten.

1613

Der Bauerssohn Wolff aus Borthen wurde im Pfarrholz in einem Gestrüpp erschlagen aufgefunden und nach 3 Tagen vom Landknecht aufgehoben und beerdigt.

1618 - 1648

Not - und Pestjahre im 30 jährigen Krieg. Wenn auch unser Heimatdorf in dieser Zeit nicht in den Hauptkampfgebieten lag und der Heerzug andere Wege zog, so gab es doch in dieser Zeit auch für Somsdorf schwere Tage und Wochen.

1631

wütet die Pest. 25 Personen aus der Kirchfahrt starben daran. Im selben Jahr wurden die beiden Nachbarn Schumann und Hennig vom Feind erschossen. Der Eine hinterm Pfarrgarten, der Andere in den Leiten nach Tharandt.

1631 + 1632

lagen schwedische Gardesoldaten unterm Berg in Quartier. Sie hatten, wie damals üblich, ihre Frauen und Kinder bei sich.

1632

starben im Januar wieder 12 Personen an der Pest.

1633

im August sind es 17 Tote. Sie wurden alle in den Gärten ihrer Häuser beigesetzt.

1634 + 1637

starben je 10 Leute.

1639

waren es gar 62 Personen die, vorallem im Frühjahr, durch die Pest den Tod fanden.

1643

Wieder wütet die Pest. Von Somsdorf wurden 28, von auswärts sogar 38 Personen begraben.

1665

Die rote Ruhr bringt neues Unheil über unser Dorf, 10 Menschen starben daran.

1703

führte die Weisseritz so hohes Wasser, das Somsdorf von Hainsberg geradezu abgeschnitten war.

1705

Die Somsdorfer Windmühle wird nach Tharandt verlegt und in eine Wassermühle umgebaut.

1706

waren schwedische Dragoner in Somsdorf einquartiert. Ein 82 jähriger(!) schwedischer Soldat starb und wurde in Somsdorf begraben.

1709

Im Januar und Februar herrschte ein sehr strenger Winter. Überall im Dorf war Wind- und Schneebruch zu verzeichnen.

1710

Die Dorfbewohner hatten auch Interesse an kulturellen Dingen. Es ist überliefert das der hiesige Schulmeister mit seinen Schülern und anderen guten Freunden, Tragödien und andere Schauspiele aufführte.

1711

Die Kirche wird in diesem Jahr neu gebaut und gleichzeitig vergrössert. Im selben Jahr musste Somsdorf bei einem Brückenbau in Naundorf bei Freiberg, Spanndienste leisten.

1715

In der Nacht des 12.Februar wütete ein heftiger Sturm. Er richtete viel Schaden an den Häusern und in den Wäldern an.

1724 + 1725

wurde in der Kirche, durch die Firma Thomä aus Dresden, der Altar errichtet.

1736

Das Pfarrhaus wurde in diesem Jahr neu gebaut. Damals wurden auch die Sprüche über der Tür angebracht.

1737

Am 6.Januar musste Somsdorf mit Cossmannsdorf, zur hohen Jagd, 26 Mann als Treiber stellen. Zur Sauenjagd am 11.Februar sogar 32 Mann.

1744

Im August, während des 2.schlesischen Krieges, war das Bredowische Carabiner Regiment in Somsdorf einquartiert. Der Gemeinde war kein anderes Dorf zur Beihilfe zugewiesen worden, sondern sie mussten die Einquartierten selber verpflegen. Die Verpflegung kostete den Ort 401 Taler und 13 Groschen.

1781

gab es in Somsdorf folgende Handwerker: 16 Stuhlmacher, 3 Maurer, 2 Hausschlächter, 8 Zimmerleute, 1 Reifenschneider, 1 Wagner (Wagenbauer), 2 Drechsler, 5 Leineweber, 1 Büttener, 3 Schneider, 2 Schuhmacher, 1 Korbmacher und 1 Huf- und Waffenschmied. Es waren also alle wichtigen Gewerke im Ort vertreten.